Ivanopil

Erst im April 1991 wurde dort ein Gedenkstein aufgestellt. Die russischsprachige Widmung verschweigt die jüdische Identität der Opfer, Mai 2019.
Erst im April 1991 wurde dort ein Gedenkstein aufgestellt. Die russischsprachige Widmung verschweigt die jüdische Identität der Opfer, Mai 2019.
Am 29. Mai 1942 ermordeten deutsche Einheiten am Rande des Ortes Yanushpol (ab 1946 – Ivanopil) über 800 jüdische Kinder, Frauen und Männer aus Yanushpol und benachbarten Dörfern, weil sie Juden waren. Das jüdische Leben in Yanushpol wurde ausgelöscht. Im Mai 1942 griff die Polizei zusammen mit einigen Deutschen eine Gruppe fahrender Roma auf – mehrheitlich Frauen und Kinder sowie einige alte Männer. Ihre vier bis fünf Fuhrwagen standen am Rande des Dorfes Molochky. Sie wurden nach Yanushpol geführt und mehrere Tage im Gefängnis festgehalten. Anfang Juni, einige Tage nach der Ermordung der Juden, wurden die Roma unter Weinen und Schreien zur Zuckerfabrik geleitet und am Ufer des Sees erschossen. In Yanushpol wurden auch sowjetische Kriegsgefangene sowie tatsächliche oder vermeintliche politische Gegner des Nationalsozialismus ermordet. Die Informationsstele des Projektes »Erinnerung bewahren« ist den Opfern der deutschen Besatzung in Yanushpol gewidmet.